Das perfekte Schlafzimmer

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Schlafzimmer „Haus Moritz“ auf Föhr – ganz nah an perfekt

Was macht ein perfektes Schlafzimmer aus? Was sollte man bei der Planung, Renovierung und Einrichtung eines Schlafzimmers für ein Ferienhaus beachten und warum?

1. Das Bett/ die Matratzen

Das wichtigste ist ohne Frage das Bett bzw. die Matratzen. Diese sollten die beste Qualität bieten, die das Budget hergibt. Guter entspannter Schlaf ist für Feriengäste ein entscheidender Punkt in der Beurteilung ihres Feriendomizils und einer, der eine nachhaltige Wirkung hat. Wenn der Gast an den Urlaub zurückdenkt und ihm als erstes die Rückenschmerzen aufgrund des zu weichen Bettes einfallen, wird er diese Unterkunft mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht noch einmal buchen. Die Herausforderung ist es, eine Matratze zu finden, die die meisten Gäste glücklich macht. Lassen Sie sich deshalb am besten in einem Matratzenfachgeschäft beraten.

Das Bett sollte so breit sein, wie es das Schlafzimmer hergibt. Dies ist besonders bei Neubauten zu beachten. Das Bett sollte mind. 180cm oder besser noch 200cm breit sein. Neben dem Bett sollten links und rechts noch mind. 50-70cm Platz sein, um bequem an das Bett heran zu kommen. Eine gute Möglichkeit um den Platz maximal auszunutzen, sind die in den letzten Jahren immer populärer gewordenen Boxbetten. Für kleine Räume haben sie den Vorteil, dass sie ohne Bettrahmen auskommen und somit tatsächlich nur den Platz der Matratzen beanspruchen. Und so plötzlich aus einem 160er Bett mit Bettrahmen eine 180cm breite Liegefläche entstehen kann.

Die Betten in Ferienhäusern sollten nach Möglichkeit auch kein Fußende haben. Dies ist ein weiterer Vorteil, den Gäste an Boxbetten schätzen. Auch große Menschen können sich entspannt lang machen ohne an den Bettenden mit den Füßen anzustoßen. Des Weiteren wirken besonders kleine Schlafzimmer durch diese Bettenform nochmal größer, offener und einladender.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Bettenauswahl ist die Höhe der Liegefläche. Dass ein Futon nicht die beste Entscheidung für ein Ferienhaus-Schlafzimmer ist, versteht sich von selbst. Die Wahl sollte immer auf das höchst mögliche Bett fallen – angepasst natürlich an die Proportionen des Raumes und seiner Nutzer. Für das Kinderzimmer unter dem Dach kann eine geringere Höhe gewählt werden, als für das Elternschlafzimmer im Erdgeschoss. Dies ist ein weiterer Vorteil von Boxbetten, denn hier lässt sich die Betthöhe individuell durch die Höhe der Bettfüße anpassen. Die neuen (ab 01/2013) Kriterien der DTV-Klassifizierung tragen dieser Entwicklung Rechnung und vergeben ab einer Bettenhöhe von 48cm 8 Punkten und für die Einrichtung mit Boxbetten 24 Punkte.

2. Die Nachttische

Jeder Schläfer sollte einen eigenen Nachttisch bzw. eine Ablage haben. Was wie eine Selbstverständlichkeit klingt, ist es in der Praxis leider noch lange nicht. Häufig ist auch gar kein Nachttisch vorhanden. Also: Jeder Gast sollte eine Ablagemöglichkeit auf seiner Seite haben, die genügend Platz bietet für Wasserglas, Lektüre, Brille und ggf. Nachttischlampe – je größer, je besser. Im Gegensatz zu den eigenen vier Wänden braucht man im Urlaub wirklich nur Platz für diese Dinge. Deshalb reicht auch eine offene Ablage völlig aus. Wirkliche Nachttischkommoden werden meist eh nicht benutzt, lassen sich schwerer reinigen und häufig werden darin Gegenstände vergessen, die aufwendig nachgeschickt werden müssen. Wandhängende Ablagen/Bretter sind am leichtesten zu reinigen und für Gäste zu überblicken und müssen nicht aufwendig beim Saugen zur Seite geschoben werden.

Wenn es die Breite des Zimmers nicht zulässt, Nachttische zu verwenden, ist es oftmals eine Möglichkeit hinter dem Bett mit einem einfach Brett eine Ablagemöglichkeit zu schaffen. Das ist zwar nicht so komfortabel für die Gäste, aber immer besser als nichts.

Über dem Kopfende sollten keine Bretter/Ablagen angebracht werden. Denn meistens werden sie zu tief angebracht, was ein aufrechtes Sitzen und z. Bsp. lesen im Bett verhindert. Außerdem bleibt unbewusst immer das unbehagliche Gefühl: Das kann mir auf den Kopf fallen. Gleiches gilt auch für Bilder über dem Kopfende.

3. Die Beleuchtung

Neben jedes Bett gehört eine ordentliche Nachttischlampe. Hier ist besonders darauf zu achten, dass diese genug Licht spendet. Das bedeutet zum einen, dass die Helligkeit ausreicht um stundenlang den Urlaubsroman zu verschlingen, ohne dabei Kopfschmerzen zu bekommen. Zum anderen aber auch, dass der Lichtkegel nicht nur den Nachttisch erreicht, sondern eben auch mind. die Hälfte des Kopfkissens.

Für das Anbringen bzw. Aufstellen der Nachttischlampen gilt folgendes. Entweder eine Stehlampe auf dem Nachttisch oder aber eine schwenkbarer Wandspot neben dem Bett. Denn eine über dem Kopfende des Bettes angebrachte Lampe verhindert wie auch das Brett (s.o.) das aufrechte Sitzen und Lesen im Bett.

Natürlich braucht das Schlafzimmer auch eine Deckenlampe, die den ganzen Raum erhellt. Vielfach sieht man Pendel- oder Hänegleuchten, die mittig über dem Bett positioniert sind. Dies ist nicht zu empfehlen. Besser sind  eingebaute Deckenspots, ein Strahler oder eben eine Deckenlampe, die nicht weiter auffällt und sich zurücknimmt.

Wenn der Platz es zulässt, sind natürlich weitere Dekolampen wunderbar für die Atmosphäre  – z. Bsp. im Fenster oder auf einer Kommode, aber die Decken- und Nachttischlampen haben absolute Priorität.

4. Schränke bzw. Stauraum

Im Schlafzimmer sollte so viel Schrankplatz wie möglich realisiert werden. Denn die Kofferinhalte für zwei Wochen Urlaub wollen gerne ordentlich verstaut werden und nicht aufgrund von Platzmangel ein trostloses Dasein im Koffer oder der Reisetasche fristen. Für jeden Gast sollten mind. 50cm Schrankplatz bei normaler Höhe (ab 200m Schrankhöhe) zur Verfügung stehen, noch besser sind natürlich 75cm und alles was darüber hinausgeht.

Es geht aber nicht nur um das Platzangebot, sondern auch um die Organisation des Platzes. Ein alter Bauernschrank mit Schubladen ist sehr charmant anzusehen, von der Nutzung sind aber Einbauten oder moderne Schranksysteme ungleich besser. Ein Klassiker ist hier natürlich der Pax von Ikea, der vor allem durch seine Inneneinrichtung überzeugt.

Eine gute Inneneinrichtung bietet genug Platz zum Hängen und Legen der Kleidung. Über der Kleiderstange sollte kein weiteres Brett angebracht sein, weil es zu einem toten Winkel wird und so leicht Dinge vergessen werden. Ab ca. Hüfthöhe sind Schubladen oder Drahtkörbe besser als Bretter, da sie die Nutzung und auch Reinigung um einiges erleichtern.

Etwas, was Gäste immer wieder beeindruckt und sooo leicht umzusetzen ist, ist eine wirklich ausreichende Anzahl (8-10 Stk./Person) an einheitlichen (Holz-)Bügeln. Kommentar einer Vortragsteilnehmerin: Das finde ich ja nicht mal im Hotel. Eben! Dann mache ich den Gästen doch diese Freude und gönne ihnen diesen Überraschungsmoment und mir als Vermieter die positive Resonanz.

5. Verdunklungsmöglichkeiten

Wer schon mal mit Kleinkind in einem Ferienhaus war, in dem es keine Verdunklunsgmöglichkeiten in den Schlafzimmern gab, weiß spätestens nach dem 3. unfreiwillig miterlebten Sonnenaufgang um die Bedeutung von Verdunklungsrollos. Aber nicht für Kinder sondern auch für viele lichtempfindliche Erwachsene sind diese enorm wichtig. Und wenn es für Gäste gar nicht ohne geht, dann führt das zu Kreationen wie Laken, Decken, Handtüchern oder Müllsäcken vor den Fenstern – was weder für die Gäste innen noch für Urlauber draußen ein besonders schöner Anblick ist und manchmal bei extremer Sonneneinstrahlung sogar zu zerspringenden Scheiben führt..

Verdunklungsrollos gibt es mittlerweile in allen verschieden Farben und passen sich somit der Einrichtung und dem Stil des Schlafzimmers problemlos an.

6. Sessel oder Kleiderablage

Wohin abends mit der Kleidung? Wenn das Schlafzimmer sehr klein konzipiert ist, muss man mit Haken an Wand, Tür oder Kleiderschrank Aufhängemöglichkeiten schaffen. Noch schöner ist hier natürlich noch ein zusätzlicher Sessel oder ein stummer Diener, der als Ablage dient. Ein Sessel ist ungleich wohnlicher und wird mit einem schönen Kissen und vielleicht sogar noch einer Stehlampe zu einem weiteren gemütlichen Rückzugsort oder einer Leseecke.

7. Fernseher

Hier gehen die Meinungen auseinander. Eigentlich soll so wenig Technik wie möglich ein einem Schlafzimmer sein, da es ja ein Ort der Entspannung und Ruhe ist. In einem Ferienhaus müssen die Schlafzimmer aber oft zusätzlich die Funktion des Kinderzimmers übernehmen. Und da ist ein Fernseher mit DVD-Player ein echter Pluspunkt. Flachbildschirme können einfach an die Wände montiert werden und nehmen so noch nicht mal mehr Platz weg und bieten doch einen echten Mehrwert.

8. Spiegel

Nach Möglichkeit sollten Spiegel nicht im Schlafzimmer angebracht werden. Nach der Lehre des Feng-Shui werden Spiegelbilder vom Unterbewusstsein als Bedrohung wahrgenommen und die Reflexionen erzeugen Stör-Energien. Sollte es wirklich keinen anderen Platz in der Ferienwohnung für einen Spiegel geben, so sollte dieser so angebracht werden, dass er vom Bett aus nicht einsehbar ist. Verspiegelte Schränke oder Schänke mit einzelnen Spiegelelementen sind deshalb besser zu vermeiden. Außerdem sind sie in den seltensten Fällen wirklich schön…